Matschige Wölfe in Hamburg und Irland – Tough Mudder 2018

Es wird Zeit für eine kleine Rückschau. Denn auch der Juli hielt wieder eine spannende Challenge für uns bereit!

Wie bereits angekündigt, ging es dieses Mal sogar international zur Sache.

Das Format des Tough Mudder wurde erstmals von uns getestet und dies gleich Länderübergreifend. Hierfür wurde eine kleine Runde in Hamburg beim Tough Mudder 5K gedreht, sowie eine aus Versehen etwas längere in Irland ;-)

Pünktlichkeit zahlt sich doch aus…

Zwei Wölfe zog es in diesem Sommer auf die grüne Insel nach Irland, um dort mit ihren Stahlrössern den Wild Atlantic Way zu befahren. Wie der Zufall es so wollte, fand zu dieser Zeit der Tough Mudder Ireland statt und sie meldeten sich kurzerhand dafür an. Mitten in Irland liegt das beschauliche Städtchen Oldcastle, dass neben dem Tough Mudder einen wunderschönen Park und eine über fünf  tausend Jahre alte Megalithanlage zu bieten hat.

Der Tag begann in aller Frühe mit einem deftigen irischen Frühstück, das uns in einem B&B von unserer Herbergsmutti gezaubert wurde. Dann ging es los auf den Stahlrössern Richtung Oldcastle. Dort angekommen bemerkten wir, dass wir viel zu früh waren…typisch deutsche Pünktlichkeit. Aber so hatten wir genug Zeit das Gelände zu erkunden. Erst einmal ging es zum Check-in, die Schlange war sehr kurz und vor uns, wie sollte es anders sein um diese Zeit, nur zwei Deutsche. Ruck zuck gab es die Unterlagen, es konnte los gehen. Es ging alles sehr schnell, vieleicht zu schnell… doch dazu später mehr.

Wir schmissen uns in unsere Laufklamotte, stärkten uns ein letztes Mal und dann ging es auch schon los. Wir starteten in der ersten Welle, bei bestem Wetter und hoch motiviert. Die ersten Hindernisse wurden gut gemeistert und es folgte eine kleine Laufstrecke. Diese Tatsache allein wäre kein großes Problem, doch es zeigte sich schnell, dass irische Felder anders beschaffen sind als in unser flachen norddeutschen Heimat. Zum einen war der Acker mehr als zerklüftet, man musste höllisch aufpassen nicht umzuknicken, zum anderen bestand die komplette Strecke aus so gut wie keinem einzigen steigungsfreien Abschnitt. Es ging Hügel rauf und runter und das ohne Pause. Glücklicherweise hatten wir ja „nur“ die half-Distanz gebucht, unsere Freude darüber sollte sich nicht lange halten…

Bei der ersten Mauer, die es zu erklimmen galt, waren wir auf Hilfe angewiesen und während wir noch warteten hörten wir von hinten ein „braucht ihr Hilfe?“ in feinsten hochdeutsch…Zusammen schafften wir das Hindernis, trafen noch auf weitere Deutsche und bekamen einen Einblick in die Welt der Tough Mudder Hardcorefans, die um die halbe Welt fliegen, um diese Events zu besuchen. Unsere Wege sollten sich nun trennen, der Weg gabelte sich. Links zur full- und rechts zur half-Distanz. Wir wollten uns schon verabschieden, da sahen uns unsere neuen Bekannten verwundert an. Ihr lauft doch full! Was, äh ne…wir haben half gebucht, erwiderten wir. Doch unsere Startnummern waren eindeutig in orange gehalten also für die full-Distanz von 16 km bestimmt. Eine Mischung aus Angst und Begeisterung über diesen merkwürdigen Zufall machte sich breit, doch wir ließen uns nicht abschrecken, freuten uns auf noch mehr Hindernisse und nahmen die Herausforderung an.

Die Hindernisse in Irland waren spektakulär. Wir warteten durch einen See, stolperten dabei über Steine, durchstreiften dichte Wälder auf zerklüfteten Trampelpfaden und bestiegen grüne Hügel mit unglaublich schöner Aussicht. Die Hindernisse beim Tough Mudder sind eine Kombination aus aufwändigen Konstruktionen und simplen Dingen, die beide gleich viel Spaß machen. Besonders spaßig sind uns das Tragen des Laufpartners über Kopf und das Kriechen durch eine improvisierte Höhle in einem Graben in Erinnerung geblieben. Zu den aufwändigsten Hindernissen zählen sicherlich alle Wasserhindernisse, von denen es dort einige gab. Zunächst sei hierbei das schreckenerregende Eisbad genannt. Dabei rutscht man durch eine Röhre direkt in ein mit Eiswürfeln gefülltes Wasserbecken  und muss anschließend unter einem Balken hindurch tauchen. Es war unfassbar kalt. Doch es gab auch wirklich spaßige Wasserhindernisse, wie die Wasserwalze, die nur mit Hilfe von 5-6 Leuten gemeinsam zu überwinden war.

Die letzten Hindernisse lagen vor uns. Es mussten hohe Wände überklettert werden und endlich gab es auch das langersehnte Schlammbad. Das Ziel war zu sehen, ein Hindernis gab es noch. Wer sein erstes Mal beim Tough Mudder bestreitet, wird dort traditionell mit Stromschlägen getauft. Dazu wird man am Ziel umgeleitet und darf einen Vorhang aus stromführenden Drähten durchlaufen. Augen zu und Vollgas geben war die Taktik. Bei der einen mit Erfolg, bei dem anderen eher nicht. Doch der Schmerz der Stromschläge war schnell vergessen, denn wir standen schon im Ziel. Glücklich nahmen wir unsere Stirnbänder für die full-Distanz in Empfang und freuten uns heimlich tierisch über diese unerwartete Belohnung.

Wir stießen mit dem Zielbier an, merkwürdiger Weise ebenfalls ein deutsches Bier, und machten es uns im Village gemütlich. Als wir das Gelände verließen löste sich auch das Rätsel um die falsche Distanz. Offensichtlich gab es zwei Check-in-Schlangen, eine für die full-, die andere für die half-Distanz. Kenntlich gemacht durch einen Zettel, der mehr als provisorisch am Zelt angebracht wurde. Wir sind uns sicher, dass diese Zettel erst später dort angebracht worden sind. Die Pünktlichkeit hat sich also gleich doppelt ausgezahlt und wir waren sicherlich nicht die einzigen, die sich über ein paar Meilen mehr freuen durften.

Wir feierten unseren Lauf, wie es sich gehört in Irland, mit einigen Guinness und setzen unsere Rundreise am nächsten Tag fort.

Sommer, Sonne, Tough Mudder Hamburg

Exakt eine Woche später machten sich 7 wahnsinnig tapfere und hitzebeständige Wölfe auf den langen Weg zur Horner Galopprennbahn. Die Sonne brannte erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel, sodass die äußeren Umstände an und für sich schon ein eigenes Hindernis waren. Dennoch waren wir frohen Mutes als wir eincheckten und uns ein wenig umsahen. Die ersten Hindernisse waren bereits zu sehen und die Stimmung stieg.

Gut, dass wir nicht allzu lange warten mussten, bis unser Startblock an der Reihe war. Da hieß es auf zum Warm-Up (bei der Wärme eigentlich überflüssig, aber es gehört ja dazu). Der Motivator heizte uns noch mehr ein, wir schworen auf die heiligen Tough Mudder-Regeln und ab auf die Laufstrecke!

Das erste Hindernis war ein großes Netz, welches wir mit den verschiedensten Klettertechniken überwunden haben. Weiter ging es unter erfrischenden Duschen (Besten Dank dafür!!), sowie unter Stacheldraht hindurch. Ein Hindernis, welches uns alles abverlangte: 50 Meter Schubkarre… Als Kind war das irgendwie einfacher.

Es folgten eine nicht enden wollende Laufstrecke, die Versorgungsstation und das Team-Tragen. Ein kurzes Zwischenfazit zeigte, dass das Wetter uns doch zu schaffen machte, aber wir haben die Zähne weiter zusammengebissen und uns gegenseitig durch den Parcours und über die Strecke gebracht.

Wie gut unser Teamwork wirklich funktionierte, zeigte sich erst richtig bei den Berlin Walls. Hier waren 2 x 3 Meter hohe Wände zu überwinden. Ohne viele Worte wusste jeder, wo sein Platz ist und so schafften wir es ohne Probleme, das Hindernis zu überwinden.

Auch die Halfpipe und der Pyramid-Scheme hielten uns nicht auf, das Ziel hatten wir damit schon vor Augen.

Wie es immer so ist, da ist man gerade warm und schon ist es vorbei. Genauso fühlte es sich an, als wir gemeinsam und vollzählig die Ziellinie überquerten.

Glücklich und stolz nahmen wir unsere T-Shirts, Stirnbänder und das Zielbier in Empfang.

Nach einer kurzen Pause ging es auch schon wieder Richtung Heimat und das zur besten Zeit, wie sich zeigte, so erwischten wir die letzte reguläre S-Bahn für den Tag und just zu Hause angekommen entstaute sich die Hitze in einem ordentlichen Gewitter.

Als am Abend wieder die Sonne hervorkam, trafen wir uns zum gemeinschaftlichen Grillen und einer entspannten Analyse des Erlebten.

Es war ein rundum gelungener Tag und das Format hat uns sehr gut gefallen! Den ganzen lauf kann man sich hier ansehen und unseren Zieleinlauf in diesem Video:

Im August testen sich noch 2 Wölfe bei der Swim-Run-Urban Challenge in Norderstedt, bis es dann im September zum Jahreshighlight nach Grömitz geht.

Der Xletix wird als letzter Hindernislauf der Saison noch mal alles von uns abverlangen.

Wir freuen uns und bis bald!
Eure wankenden Wölfe

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